Zwischen Siebträger und Strategie
Im Januar 2026 habe ich bei YOLU begonnen und direkt die Leitung und Weiterentwicklung einer Barista-Ecke im Effinger Coworking Space übernommen. In der ersten Phase gestalte ich das Projekt gemeinsam mit Joscha, dem Initiator.
Was vorallem nach Kaffeeplausch klingt, ist in Wirklichkeit ein vielseitiges Projekt mit vielen neuen Herausforderungen. Es geht um Teamführung, Budgetfragen, Kommunikation und strategische Entscheidungen und natürlich Dinge wie Hygiene und Weiterentwicklung. Hier teile ich meine bisherigen Learnings und der Prozess dahin.
Ein „zufälliges“ Team zu einem echten Team machen
Das Team ist sehr unterschiedlich zusammengesetzt, nicht nur vom Alter her, sondern auch in Bezug auf Stärken und Schwächen. Das ist für mich neu, denn bisher habe ich nur mit Erwachsenen gearbeitet. Zusätzlich arbeiten alle meine Mitarbeitenden freiwillig mit. Das bringt eine ganz eigene und für mich neue Teamdynamik mit sich. Gerade in der Kommunikation mit den einzelnen Teammitgliedern bin ich dadurch neu gefordert.
Deshalb war es wichtig, Klarheit zu schaffen:
Wer übernimmt welche Rolle?
Wer entscheidet was?
Was ist unser gemeinsames Ziel?
Was ist unsere Vision?
Mit einer Projektübersicht auf Milanote versuchen Joscha und ich, Transparenz und Klarheit zu schaffen – sowohl zwischen uns zwei als Leitungsteam als auch in unseren eigenen Köpfen.

Von Hygienekonzept bis Umbau
Wir haben ein minimales Hygienekonzept entwickelt und planen ein Rebranding sowie einen Umbau der Barista-Ecke. Damit verbunden stellen sich natürlich Fragen wie:
Was ist die genaue Vision, und mit welchen Schritten können wir diese umsetzen?
Wie können wir diese Vision in einem sinnvollen und tragfähigen Konzept realisieren?
Welche Kosten sind vertretbar, und welche können wir tragen?
Welche Investitionen bringen langfristig Mehrwert?
Ich habe bemerkt, wie wichtig es ist, kreative Ideen mit wirtschaftlichem Denken zu verbinden. Ein gutes Konzept braucht stets auch eine solide finanzielle Basis.

Verantwortung, Entscheidungswege und Kommunikation klären
Einig der zentralen Fragen welche ich mir gestellt habe war was ist mein Gestaltungsspielraum: Was darf ich verändern, und wo brauche ich Rücksprache?
Im Zusammenspiel von YOLU, Effinger und der Community ist es besonders wichtig, Entscheidungswege früh zu klären (Vor allem bei Budget- und Umbaufragen) da schafft Transparenz Vertrauen und verhindert Missverständnisse. Für mich bedeutet unternehmerisches Handeln hier, Verantwortung zu übernehmen, logisch und realistisch vorauszuplanen und gleichzeitig gut zu kommunizieren sowie Meinungen einzuholen und zu berücksichtigen. Auch die Kommunikation im Co-working-Alltag spielt eine entscheidende Rolle. Da nicht alle gleichzeitig vor Ort sind, muss sie bewusst geplant werden: Wie binden wir die Community ein, und wie schaffen wir echte Beteiligung? Einen Weg war für uns da Sichtbarkeit vor Ort zu schaffen durch ein Mindmap an der Wand. So konnten wir Kommunizieren ohne dabei auf jeden Coworker einzeln zugehen zu müssen. Zusätzlich wirken Gespräche und digitale Kanäle zusammen gerade weil die Barista-Ecke ein sozialer Treffpunkt ist, ist eine gute, durchdachte Kommunikation besonders hilfreich und wichtig.
Wieso Prioritäten setzen mein grösstes und wichtigstes Learning in den letzten Wochen war:
Beim Aufbau des Teams und der Barista-Ecke im Coworking-Space habe ich vor allem gelernt, dass Prioritäten setzen das Wichtigste ist. Denn ich habe immer viele Ideen und sicher auch genügend Aufgaben gleichzeitig, aber nicht alles kann gleichzeitig erledigt werden. Um gut voranzukommen, hilft es einem, zuerst klarzumachen, was gerade am wichtigsten ist und was vielleicht noch warten kann oder sogar noch warten muss. Denn sonst verliert man sich in verschiedenen Aufgaben, ohne wirklich voranzukommen, und man verliert dadurch enorm viel Zeit. So kann das Team gut zusammenarbeiten und unsere Barista-Ecke sowie meine Marke Schritt für Schritt weiterentwickeln.